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Meet our alumni: Paul Raum

Hier ist der nächste Teil unserer Blogserie “Meet our Alumni”, in dem wir unsere Absolventen interviewen um zu erfahren, wie es ihnen seit dem Abschluss so ergangen ist. Diesmal haben wir uns mit Produzent und Engineer Paul Raum zusammengesetzt, der bereits 2017 sein Advanced Diploma in Music Production and Sound Engineering am Abbey Road Institute in Frankfurt errungen hat und nun unter anderem im Studio R.A.u.M. 103 in Darmstadt als Freelancer arbeitet.

Hi Paul, wir befinden uns hier in der Regie des Studios R.A.u.M. 103 in Darmstadt. Was machst du aktuell, woran arbeitest du?

Aktuell arbeite ich noch an meiner Bachelorarbeit, denn ich habe mich nach meinem Abschluss am Abbey Road Institute Frankfurt dazu entschieden Sound and Musikproduktion in Darmstadt zu studieren. Nicht, weil ich das Gefühl hatte, dass mir noch Wissen oder praktische Erfahrung fehlte, sondern weil ich einfach noch tiefer in die Theorie eintauchen wollte. Durch das Studium bin ich auch ans Studio R.A.u.M. 103 gekommen. Hier arbeite ich nebentätig als Freelancer, darf es aber auch für meine privaten Projekten nutzen. Ich bin eigentlich nur am Musik machen und produzieren. 

Wie ist der Kontakt zum Studio genau zustande gekommen?

Tatsächlich über meine Mutter, da sie einen der Besitzer durch verschiedene Projekte ganz gut kannte. Und da ich im Laufe meines Studiums auf der Suche nach einem sechsmonatigen Praktikumsplatz in einem Studio war, habe ich ihn direkt angeschrieben. So konnte ich im November 2019 hier anfangen und scheine dabein einen ganz guten Eindruck hinterlassen zu haben. Dabei hatte ich den Vorteil, dass ich durch meine Vorkenntnisse am Abbey Road Institute Frankfurt das Pult direkt bedienen konnte und dadurch wenig Eingewöhnungszeit brauchte. 

Paul Raum in der Regie vom Studio R.A.u.M 301 in Darmstadt

Was sind aktuell deine Hauptaufgaben im Studio?

Das lässt sich gar nicht verallgemeinern, es sind immer wieder ganz unterschiedliche Aufgaben. Es hängt immer vom aktuellen Projekt ab und was gerade anfällt. Von Vocal- und Gesangsaufnahmen, Schnitt und Vocal-Editing, bis hin zu Schlagzeugaufnahmen ist alles dabei. Und ich genieße diese Abwechslungen und nehme alles gerne mit. Wobei, fast alles, Sprach-Editing macht mir eher weniger Spaß. 😉

Wie blickst du auf die Zeit am Abbey Road Institute Frankfurt zurück?

Ich fand das Jahr am Abbey Road Institute großartig. Ich konnte unheimlich viele Erfahrungen sammeln, da ich mich 24/7 mit Musik beschäftigt habe. In dieser Zeit durfte ich so viele tolle Leute kennenlernen und wurde von fantastischen Dozenten aus der Industrie unterrichtet. Ganz zu schweigen von der Technik, die ich so vermutlich auch nicht mehr so schnell in die Hände bekommen werde. Allein deshalb war es eine großartige Erfahrung für mich.

Wie war für dich die Zeit nach dem Abschluss? Was hat sich seitdem so getan?

Seit meinem Abschluss schreibe und produziere ich vor allem für andere Leute. Zwar setzte ich mich weiterhin gerne mal ans Schlagzeug oder an den Flügel, insgesamt fehlt mir dafür aber meist die Zeit. Was aber völlig okay für mich ist, da ich wusste, dass ich mich irgendwann auf eine Sache fokussieren muss. Aktuell arbeite ich beispielsweise mit einer Sängerin aus Darmstadt zusammen an einem “Pop-Projekt”. Mit ihr schreibe und produziere ich Songs und kann dafür das Studio auch für Drum-, Gitarren- und vor allem Vocalaufnahmen nutzen. 

Was waren deine bisherigen Highlights seit dem Abschluss am Abbey Road INstitute?

Mein absolutes Highlight war es letztes Jahr zum “Dein Song Komponisten Camp” fahren zu dürfen. “Dein Song” ist ein Songwriting Wettbewerb für Kinder und Jugendliche vom Fernsehsender Kika. Dabei wurde ich vom ersten Tag an involviert und habe Sessions für die Post Produktion vorbereitet oder Klaviermelodien und -harmonien für die Songs komponiert. Dabei war ich von einem super Team umgeben, wir hatten unglaublich viel Spaß bei der Arbeit und waren super zufrieden mit dem Endergebnis. Neben “Deinen Song” fand ich ganz klassische Musikaufnahmen total spannend. So hatten wir fantastische Musiker, wie den französischen Schlagzeuger Manu Katche oder das Landesjugend Jazzorchester bei uns. Außerhalb des Studios war mein persönliches Highlight bei der Produktion von “The world of Hans Zimmer” dabei sein zu dürfen. Es ist schon einiges passiert seit meinem Abschluss, wenn ich so zurückblicke. 

Gab es Dinge die dir direkt nach deinem Abschluss am Abbey Road Institute Frankfurt noch gefehlt haben, die du noch lernen musstest?

Vor allem musste ich noch fehlende Erfahrungen sammeln. Während der Ausbildung am Abbey Road Institute habe ich zwar täglich unheimlich viele neue Erfahrungen sammeln können und mich insgesamt nach dem Abschluss auch sehr gut vorbereitet gefühlt, im Vergleich zu den etablierten Toningenieuren fehlten mir aber einfach noch einige Jahre im Berufsleben. Seitdem habe ich mich durch die vielen unterschiedlichen Projekte stark weiterentwickelt und gelernt in stressigen Situationen die Nerven zu behalten und in Ruhe meinen Job zu erledigen. Außerdem habe ich meinen Blick für die Details schärfen können.

Was sind deine Pläne für die nahe Zukunft? Hast du dir bestimmte Ziele gesetzt, die du als Produzent, Engineer oder Musiker erreichen möchtest?

Viel Musik zu schreiben und zu produzieren und dabei möglichst viele neue Menschen kennenzulernen. Ich hoffe auch darauf dieses Jahr endlich meine geplante Reise nach LA antreten zu können, die ich durch Corona leider auf unbestimmte Zeit verschieben musste, um ein bisschen Luft auf dem internationalen Musikmarkt schnuppern zu können. Ob das ein wirkliches Ziel oder eher ein Wunsch ist weiß ich nicht, aber ich möchte in meinem Leben gerne mal einen Grammy gewinnen oder zumindest eine Chartplatzierung erzielen 😉 .

Na dann wünschen wir dir viel Erfolg dabei und bedanken uns ganz herzlich für das Interview!

Nach unserem Interview mit Paul Raum haben wir uns noch mit Christoph Paulssen, einem von vier Betreibern des Studios R.A.u.M. 103 unterhalten. Christoph ist bereits seit 25 Jahren als Produzent tätig und war letztes Jahr unter anderem an der Produktion des deutschen Beitrags des “Junior Eurovision Song Contest” beteiligt. Wir wollten von ihm wissen was er für einen Eindruck von Paul seit seinem Beginn 2019 gewonnen hat:

Paul konnte sich direkt ganz schnell in Projekte einarbeiten und konstruktive Beiträge liefern, wusste aber auch sofort wann er sich etwas zurücknehmen muss. Außerdem war er sofort so fit in den DAWs, dass ich ihn früh zu meinen Produktionen mitgenommen habe. Dabei hat er direkt eigenständig ProTools bedient und Beiträge für die Produktionen geliefert. Es macht unheimlich viel Spaß mit ihm zu arbeiten, weshalb er auch über das Praktikum hinaus hier seine Jobs findet. Es geht den Kunden die mit ihm arbeiten nämlich genauso.

 

Interview: Morten Arndt Editor: Yannick Sahlmen