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Berlin, die Stadt, die sich wie ein Startup für Musik anfühlt

Soundcloud, Native Instruments, Ableton, relativ niedrige Lebenshaltungskosten, exzellente
Infrastruktur, Networking, eine lebhafte Community von talentierten, musikbegeisterten
Ingenieuren und eine lange Geschichte von Kreativität; Berlin ist der ideale Ort für
Musik-Startups.

In den letzten Jahren hat sich Deutschlands Hauptstadt zum Knotenpunkt für internationale Startups entwickelt. Mit einer der am schnellsten wachsenden Startup-Szenen in der Welt, ist die Stadt eine dynamische und inspirierende Basis für Unternehmer und Innovatoren und Pionieren. Sie bringt einige der innovativsten Musik- und Technologieunternehmen in Europa hervor. Berlin präsentiert eine Reihe sogenannter Rebellen, die mit ihren innovativen Geschäftsideen die Art und Weise, wie wir mit der Musikindustrie umgehen, verändern.

Wirtschaftliche Attraktivität

Unternehmen wie Soundcloud, Native Instruments und Ableton wurden allesamt in Berlin gegründet, was wiederum andere Unternehmen wie LANDR, Beatport und weitere Großkonzerne wie Sony, Universal und Warner dazu inspiriert haben, ebenfalls Büros in der Hauptstadt zu eröffnen oder gleich mit ihrem Hauptsitz hinzuziehen. Gleichzeitig unterstützt das starke und regelmäßige Gemeinschaftsnetzwerk das Wachstum neuer Unternehmen. So wurde zum Beispiel Lofelt und ihr Produkt “The Basslet” von ehemaligen Ableton- und Native Instruments-Mitarbeitern gegründet. Berlins starke Netzwerken und die Einsatzbereitschaft vieler talentierter Techniker und weiterer kreativer Köpfe macht den gemeinsamen Start eines neuen Projekts um einiges einfacher.

Berlin, die Stadt, die sich wie ein Startup anfühlt

Doch was genau macht ein Startup aus? Ein Unternehmen, das bloß neu gegründet wurde, reicht als Definition nicht aus. “Das Wesen eines Startups ist Wachstum”, sagte Paul Graham, Mitbegründer von Y Combinator. Serienunternehmer Steve Blank drückt dies etwas ausführlicher aus: “Ein Startup ist eine Organisation, die nach einem Businessplan strebt, der sich wiederholen und vergrößern lässt.” Solche hohen Wachstumspotenziale werden normalerweise mit technikorientierten Unternehmen in Verbindung gebracht.

Ein Startup lässt sich im Grunde genommen wie ein Zustand des Geistes beschreiben. Diejenigen, die in einem Startup tätig sind, arbeiten hart daran, sich weiterzuentwickeln, Herausforderungen zu bewältigen und aus Fehlern zu lernen. In dem sie was Neues erschaffen, verändern sie unsere Art zu arbeiten und zu leben. Dafür sind leidenschaftliche Persönlichkeiten erforderlich. Menschen, die nach einem langfristigen Erfolg streben müssen den Mut haben, ihre Ideen zu realisieren – ganz egal wie groß oder klein diese auch sein mögen. Berlin, als Stadt, fühlt sich wie ein großes Start Up an. Es ist in Berlins DNA. Diese Stadt ist – wie schon mal behauptet – dazu bestimmt, “immerfort zu werden und niemals zu sein”. Und genau darin liegt ihr Reiz, welcher Künstler und Musiker aber auch Programmierer und Ingenieure magisch anzieht, selbst wenn man dafür oft am Rand der Gesellschaft zu landen scheint.

Startups im musikalischen und technologischen Bereich mit Sitz in Berlin

Gerhard Behles und Robert Henke kamen in den 90er Jahren zusammen nach Berlin als beide elektronische Musik als Monolake produzierten. Sie sind ebenfalls die Erfinder von Ableton Live, die Anfangsidee des Gründers von Ableton. Zwei Musiker, von der blühende Szene in Berlin angezogen, fanden hier den Raum und die Gelegenheit ihr Produkt auf den Markt zu bringen. Ihre Geschichte ist nahezu gleich zu vielen anderen Unternehmen in Berlin. Die reiche Musikgeschichte von Berlin und die Art und Weise, wie sie die Wahrnehmung zahlreicher großer Künstler verändert hat bewegt viele musikorientierte Startups. Silicon Valley mag sich vielleicht über mehr Geld erfreuen, aber David Bowie, Depeche Mode und Nick Cave hatten niemals eine San Francisco Phase.

Also, über welche Art von Unternehmen reden wir?

Skoove

Skoove hat seinen Sitz neben Berlins bekanntem Nightclub Watergate. Die Firma beschreibt sich selbst als die schnellste und umfangreichste Plattform, wenn es darum geht, die Kunst des Klavierspielens zu erlernen. Ein Großteil des Lehrplans wurde von Musikexperten, wie zum Beispiel dem Liverpool Institute for Performing Arts, abgeleitet. Um zu bestimmen, was ihre Nutzer benötigen um sich zu verbessern, sammelt Skoove verschiedene Informationen aus dem eigenen Netzwerk und erschafft dabei angepasste Übungsmöglichkeiten. Das Unternehmen wurde 2015 mit einer Förderrunde von €1.2 Mio und einem Team von 15 staatlich geprüften Musikfanatikern, die sich als Experten mit Technologie, Musikbildung und Online-Marketing auskennen, gegründet. Klingt nach einem Ort, an dem man gerne selbst arbeiten würde!

Uberchord

Uberchord ist ein weiteres Unternehmen mit Sitz in Berlin und Mitglied des “Abbey Road Red”-Programms. Sie beschreiben sich selbst als eine high-tech Lernplattform, speziell dafür konzipiert jedem den Traum, ein Instrument selbst zu spielen, zu verwirklichen. Uberchords Konzept ist interaktiv, anpassungsfähig und persönlich – fast wie ein privater Musiklehrer, finden wir. Das Programm ermöglicht Nutzern aller Niveaus sowohl technisch als auch musikalisch bemerkenswerte Fortschritte zu machen. Zurzeit ist Uberchord nur für Gitarrenspieler gedacht, aber das ist erst der Anfang. Im Jahr 2014 mit einer Gesamtfördersumme von $1.8 Mio gegründet, stammt Uberchord aus der zunehmenden Frust vier Freunde, die zwar in der Software Industry tätig sind, aber im Herzen begeisterte Hobbymusiker blieben. Ihre eigenen Fortschritte waren ihnen nicht schnell genug und so beschlossen sie, was dagegen zu unternehmen.

The Basslet, eine Erfindung von Lofelt

Ein Subwoofer, den du überall mitnehmen kannst: Das ist “The Basslet”. Mit einer der modernsten Soundtechnologien kann er Beats und Basslinien direkt auf deine Haut übertragen. Somit bekommt der Ausdruck “feel the music” eine völlig neue Dimension. Mit über zehn Auszeichnungen für Innovation und Kreativität, steht “The Basslet” an 5. Stelle der umsatzstärksten deutschen Unternehmen. Ehemalige Ableton und NI-Mitarbeiter gründeten im Jahr 2014 die Firma Lofelt, die $5.4 Mio beschaffen konnte, um ihre haptischen Technologien zu entwickeln. Lofelt befindet sich inmitten von Berlin. Das dynamische Team schafft es, globalen Wachstum zu erzielen und gleichzeitig dem deutschen Technikerbe treu zu bleiben, indem es besonders viel Wert auf Effizienz und Gewissenhaftigkeit legt.

Gigmit

Sony Music Entertainment investierte einen sechsstelligen Betrag in das Unternehmen und im Jahr 2012 ging es dann los. Gigmit ist ein Hilfsprogramm, das normalerweise zeitaufwändige Buchungsverwaltungen von Live-Musikern in einen transparenten und vereinfachteren Ablauf umwandelt. Ob es um den ersten Kontakt mit den Künstlern oder um das fertige Abkommen für das geplante Event geht, Gigmit deckt alles ab. “Pioniere des Live Music Booking – nicht mehr und nicht weniger. Wir sind selbst Veranstalter. Wir sind selbst Künstler. Dazu noch Grafiker, Entwickler, Texter, Programmierer, Kulturmanager, Werbefachleute und Juristen. Ein Team mit einer Mission.” – wie sie sich selbst auf ihrer Webseite beschreiben.

Endel

Endel ist eine App, die eine Einheit zwischen intelligenter Haustechnik, öffentlichen Räumen, Mobilitätsindustrie und Arbeitsplätzen bildet. Ihr Kern-Algorithmus basiert auf drei Hauptelementen: Biorhythmus, Fünftonleiter und Sound Masking. Somit werden unterschiedliche, persönliche und anpassungsfähige musikalische Umgebungen erzeugt, die die Konzentrationsfähigkeit stärken, Entspannungsmöglichkeiten herstellen, oder dich einfach besser schlafen lassen. Die Sounds passen sich verschiedenen Inputs an: Tageszeit, Herzfrequenz und Standort. Das heißt, egal wann, wie oder wo du dich befindest, Endel kann deine Produktivität fördern und deine kognitiven Fähigkeiten verbessern. Das kleine Team von Künstlern, Entwicklern und Wissenschaftlern hat schon viele digitale Projekte hinter sich und seit 2018 gehört dazu auch Endel, nachdem das Startup €1.1 Mio an Unterstützungen aus verschiedenen Quellen erhalten hat.

Resonate

Peter Harris, der Gründer von Resonate, ist ein Musiker und Künstler, der einmal zu viel von unterschiedlichen Streaming-Plattformen enttäuscht wurde, bis er sich dann dazu entschied, seine eigene zu erstellen. Bei Resonate kann der Künstler selbst über seinen Inhalt (und sein Geld) bestimmen. Die Methode? Die Plattform bietet Alternativen zum Monatsabo, ein kooperatives Modell, und innovative Technologie, die transparente und effiziente Zahlungsmethoden erlauben – wie The Guardian beschreibt.

Im Jahr 2015 gegründet, erhielt Resonate $1Mio von RChain, einer Blockchain-Plattform, mit Sitz in Seattle. Seit dem scheint es für Resonate weiterhin bergauf zu gehen.

Wäre ein Startup was für dich?

Die Startup-Industrie ist für alle offen, die genug Antrieb besitzen, Teil von etwas Größerem zu sein. So sieht es zum Beispiel Hessam Lavi, Gründer des Berlin Startup Jobs. Wenn du dich auch für Musik begeistern lässt und bereits großartige Ideen hast, lohnt es sich die vielen musikorientierten Startup-Unternehmen abzuchecken (siehe Referenzen). Startups verschaffen riesige Chancen und Möglichkeiten zum Lernen und Sammeln von Erfahrungen. Und da Berlin bereits als Melting Pot für Kunst, Technologie, Musik und Business fungiert, können wir nur noch hinzufügen: Komm nach Berlin und siehe es selbst! Wir freuen uns darauf, dich willkommen zu heißen!

Möchtest du dich besser in der berliner Startup-Szene zurechtfinden?

Check:
https://theculturetrip.com/europe/germany/articles/the-ultimate-startup-guide-berlin/
https://berlin.startups-list.com/startups/music

Referenzen:

https://www.europavox.com/news/tech-tech-tech-berlin-heaven-music-start-ups/
https://www.businessinsider.nl/the-28-coolest-tech-companies-startups-in-berlin-2017-3/
https://mwm-berlin.de/program
https://theculturetrip.com/europe/germany/articles/in-conversation-with-hessam-lavi-on-berlin-s-startup-industry/
https://startupguide.com/cities/berlin